12. Carinthische Dialoge

"Digitale Zukunft - zwischen Faszination und    Manipulation. Was bleibt uns Menschen?"

6. - 8. Juli 2018

 

Die 12. Carinthischen Dialoge beschäftigen sich mit der Digitalisierung und Robotisierung vieler Lebensbereiche und dem Problem, dass diese schneller voranschreiten, als die Gesellschaft darauf reagieren kann.

 

Keiner möchte heute die fortgeschrittenen Technologien mehr missen. Sie erleichtern Arbeitsprozesse, sind sowohl sozial als auch kulturell nicht mehr wegzudenken. Aber sollten wir deshalb auf ein differenziertes Hinsehen verzichten? Oder sollten wir stattdessen lieber an klaren Grenzen arbeiten, welche Bereiche des Lebens wir automatisiert und digitalisiert haben möchten und welche nicht? Gehen nur Arbeitsbereiche verloren oder gibt es Chancen für neue Entwicklungen und neue Jobs? Werden wir durch mehr Technologie abhängig, unselbständig und geben vielleicht sogar Rechte auf? Wie können wir Verkümmerungen entgegensteuern, wenn wir menschliche Fähigkeiten und Kompetenzen zunehmend auslagern und Gefahr laufen, sie zu verlieren? Was geschieht mit uns, wenn sich die Idee der künstlichen Intelligenz endgültig verwirklicht hat und wir extern steuerbar sind?

 

Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los“, heißt es in Goethes Zauberlehrling und beschreibt das Dilemma von Wissenschaft und Technologieentwicklung, dass  die Folgen nicht abgeschätzt werden können, weil die Veränderungen weder linear noch vorhersehbar erfolgen. Ist Fortschritt umkehrbar?

 

Gerade jetzt, im Zeitalter digitaler Transformation und automatisierter Vorgänge rückt die Frage nach dem Wesen des Menschen in den Mittelpunkt. Die Digitalisierung hat innerhalb von wenigen Jahren vieles völlig auf den Kopf gestellt. Die Identität ist durch den eigenen digitalen online Auftritt mit bestimmt. Werden Google, Facebook, Snapchat, Twitter, Instagram  u.a. zu neuen „Göttern“, die alles sehen und kontrollieren?. Aber fehlt dieser digitalisierten Kommunikation nicht eine ganzheitliche und emotionale Wahrnehmung, wie wir das durch die Verrohung der Sprache, anonyme Postings, Fake News, entpersonalisierte Lehre, Cybermobbing, Cybercrime u.a. alltäglich feststellen können? Menschen können Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringen, Liebe, Freude und Angst empfinden und selbst bestimmen. Das können Maschinen NOCH nicht.

Gerade im Zeitalter des rasanten technologischen Fortschrittes, der Delegation von Arbeit an Roboter, der algorithmischen Erfassung und Messung sämtlicher Lebensbereiche sollte der mitmenschlichen Kommunikation ein hoher Stellenwert beigemessen werden, damit wir gemeinsam konstruktiv und demokratisch auf Entwicklungen reagieren können und diese nicht passiv erleiden müssen. Ältere Generationen wird es anders treffen als junge Menschen, die digital natives,  dennoch sollten alle gemeinsam einen Schritt voraus denken, um am Puls der Zeit zu bleiben und zugleich differenziert zu handeln.  

 

Unser Dank gilt allen, die zur Gestaltung des Programms beitragen.

 

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme und lebhafte Diskussionen.

 

Für das Organisationsteam

Ihre

Johanna Franz