13. Carinthische Dialoge

"Europa NEU bilden"

5.-7. Juli 2019

 

„Wir brauchen mehr Bildung“ liest und hört man seit Jahren aller Orten. Das ist unumstritten wichtig. Die 13. Carinthischen Dialoge sollen sich mit dem Thema Bildung im Kontext zur europäischen Entwicklung beschäftigen, wobei dem Wort „bilden“ aber eine doppelte Bedeutung zukommt. Es geht einerseits um das immer wieder zu revidierende Verständnis von und zu Europa, das gerade im Lichte nationaler Alleingänge,  gepaart mit zunehmenden populistischen politischen Strömungen, einer ständigen Weiterentwicklung und.Erneuerung bedarf. Nur dann wird es möglich sein, durch eine vernetzte Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen, die zu Synergieeffekten führen könnte, gemeinsame Ziele zu erreichen. Dazu bedarf es andererseits entsprechend gebildeter Bürger/innen, die bereit und in der Lage sind,  Antworten auf die zweifelsohne großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu geben. Nur mit einer kritischen Selbstwahrnehmung, Offenheit und grenzüberscheitender Solidarität (zumindest Kompromissbereitschaft) kann Europa seine Position in einer global vernetzten Welt stärken und sich mit resilienten Strukturen den Problemen  Migration, mangelnder gegenseitiger Respekt in heterogenen Kulturen und Religionen, immer wieder kolportierte Finanzkrisen, Ungleichheit und  soziales Auseinanderdriften, Klimawandel, Ressourcenknappheit, Digitalisierung etc. stellen.

Eine der Gesamtentwicklung entsprechende Bildung ist die Voraussetzung für ein stabiles Europa und dessen friedvolle Weiterentwicklung. Bildung ist mehr als Wissen und verlangt Selbstreflexion, Kommunikationskompetenz und autonomes Denken. Internetplattformen wie Google, Twitter u.a. können das nicht ersetzen.  Bildung ist ein nicht abschließbarer Prozess. Nur mit Erfahrung und lebenslangem Lernen können wir unsere Kompetenzen und unser Wissen erweitern und mit neuen Entwicklungen und Herausforderungen lernen umzugehen. Dieser kommunikative Prozess wird immer anspruchsvoller, denn die Verständigung geht einerseits über alle Altersklassen und Gesellschaftsschichten, andererseits  über Länder- und Kulturkreise hinaus und bedarf eines gemeinsamen Sprachkanons. Eine nachhaltige Entwicklung in Europa braucht für eine stabile Wirtschaft mit Wohlstand und Sicherheit ein Ausbildungssystem, das nicht nur eine fundierte Vermittlung von Fachwissen bietet, sondern auch Neugier und Interesse für andere Lebensbereiche und anderssprachige Menschen weckt.

Über Europa sollten wir alle nachdenken und nicht die Verantwortung auf „die da in Brüssel“ schieben. Für die junge Generation ist Europa mit offenen Grenzen zur Selbstverständlichkeit geworden. Sie darf aber im Hinblick auf die eigene Zukunft in einem mit Vernunft prosperierenden Europa nicht vergessen, in die Geschichtsbücher zu schauen und aktiv an einer Stabilität zu bauen, die unseren europäischen Lebensraum weiterhin so lebenswert erhält.

 

Bildung sollte auch lehren, sich kritisch mit aktuellen Themen auseinander zu setzen und Fragen zu stellen. Dazu mögen die Vorträge zum Leitthema anregen.

 

Unser Dank gilt allen, die zur Gestaltung des Programms beitragen.

 

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme und lebhafte Diskussionen.

 

Für das Organisationsteam

Ihre

Johanna Franz