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7. Carinthische Dialoge

Chaos - die Mutter aller Ordnung

26. bis 28. Juli 2013
 

Chaos ist in der belebten und unbelebten Natur allgegenwärtig. Natürlich auch da, wo Menschen sind, denken, fühlen und handeln: als Einzelne, in Familie, Ausbildung und Beruf. Das gilt auch im Straßenverkehr, in der Politik, im Wirtschafts- und Finanzsektor. Das Schuldenchaos in der Eurozone sorgt seit langem für tägliche Schlagzeilen.
Schöpfungsmythen gehen oft von einer göttlichen Unordnung aus. So beginnt die Bibel, dass Gott ordnend Hand an das Tohuwabohu (Drunter und Drüber) anlegt. Aristoteles bezeichnet das Chaos als Vorläufer von Ordnung bzw. Selbstorganisation. In jedem Atom, in jedem Organismus wohnt also eine Kraft, die zur Verwirklichung und Vollkommenheit strebt. Vorgängen in der Natur liegen synchrone Prozesse zugrunde, die nicht linear sind und die wir nicht immer vorhersagen können. Das erfahren wir auch im Wechsel objektivierender und psychosomatischer Betrachtung von Krankheit und Gesundheit. Naturzustände sind nicht statisch. Stase bedeutet Stauung und Tod. Leben heißt Bewegung und Anpassung an die sich ändernden Umwelt- und an komplexe Rahmenbedingungen. Das ist Fortschreibung von Schöpfung und macht Evolution aus.

In vielen Bereichen brauchen wir ein gewisses Maß an Unordnung, z.B. um aufzuräumen, oder den Druck von Konkurrenz, um neue Techniken zu entwickeln. Wirklicher Fortschritt und Wachstum ergeben sich durch Ordnung einer Reihe von ungeordneten (chaotischen) Zuständen unter Beachtung der Erfordernisse von Anwendern und unserer Umwelt. Gerade auf Natur und Mensch bezogene Veränderungen und Innovationen werden nie nur freudig aufgenommen, sondern stoßen oft auf herbe Kritik, denn sie könnten einen Schritt zum chaotischen Zustand bedeuten. Das Konzept der Selbstorganisation in Richtung Ordnung ist besonders in Wissenschaftsbereichen, die interdisziplinär arbeiten, eine Voraussetzung für die Erzielung von Resultaten.

Für die 7. Carinthischen Dialoge treffen wir eine Auswahl von Betrachtungen aus den Bereichen Philosophie, Naturwissenschaft, Wirtschaft und Politik, ärztliche Heilkunst und Bildende Kunst unter dem Motto "Nichts entsteht ohne Chaos und nichts existiert ohne Ordnung". In diesem Sinne wünschen wir den TeilnehmerInnen interessante Beiträge, die zu regen und ergebnisreichen Diskussionen führen mögen.

Unser Dank gilt allen, die zur Gestaltung des Programms beitragen, speziell sei aber an dieser Stelle den ReferentInnnen für Ihre Zusage gedankt.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme
Ihre

Johanna Franz
für das Organisationsteam der Carinthischen Dialoge