6.Carinthische Dialoge
Was zählt wirklich? Fragen zum Wertewandel in unserer modernen Gesellschaft
27. bis 29. Juli 2012
Die Diskussion um Werte ist so alt wie die Menschheit und Voraussetzung für die Orientierung und Entwicklung einer Gesellschaft und der sie umfassenden Individuen. In den letzten Jahren ist aber speziell in den Industriegesellschaften der Wandel der Werte in Richtung materieller Werte – Warenwerte – in den Fokus der Diskussion gerückt. Es stellt sich somit die Frage, inwieweit Wirtschafts- und Erfolgsdruck unsere Haltungen zueinander und folglich die sogenannten „wahren“ Werte in Partnerschaft, Beruf und Familie beeinflussen. Was ist uns wichtig im Spagat zwischen wahren Werten und Warenwerten?
Unbestritten ist, dass die Entwicklung der modernen Informationstechnologien, die weltweit die schnelle und grenzenlose Echtzeitkommunikation ermöglicht, den Einzelnen, die Gesellschaft, Wirtschaft und den Staat mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Der „globalisierte Mensch“ kann und muss aus einer Vielfalt von Handlungsoptionen wählen. Neue Lebens- und Beziehungsformen, die Schnelllebigkeit sowie heute geforderte Mobilität und Flexibilität am Arbeitsplatz stellen eine oftmals kaum zu bewältigende Problematik für den Einzelnen dar. Permanent eingefordertes Wirtschaftswachstum und unübersichtliche virtuelle Finanzmärkte fördern und erfordern Konkurrenzdruck, Erfolgsstrategien, kurzfristiges Profitdenken und Gier. Wie überlegt – oder leichtfertig – gehen wir dabei aber mit den natürlichen Ressourcen um? Können wir einerseits überhaupt noch zwischen Verbrauch und Bedarf, zwischen Quantität und Qualität unterscheiden, wenn wir vor der Fülle an Angeboten stehen? Wie stehen wir andererseits zu den in letzter Zeit immer postulierten Forderungen nach Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung und wertebalanciertem Handeln?
Die zunehmende Globalisierung führte zu einer gewissen Orientierungslosigkeit, da Jahrhunderte lang anerkannte Werte oftmals obsolet und in Frage gestellt wurden. In den Kulturen der Industrieländer ist der Einzelne gefordert, Werte zur Grundlage seines privaten, beruflichen und politischen Handelns selbstverantwortlich zu bestimmen und in Einklang mit seinen sozialen Grundwerten zu bringen. Niemand, auch nicht die Politik, kann dem/der Einzelnen die Bemühungen abnehmen, selbst den eigenen Lebenssinn zu finden und Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft zu übernehmen.
Die 6. Carinthischen Dialoge werden diese Thematik aus interdisziplinären sowie genderspezifischen Aspekten beleuchten und sind als Impuls für ausführliche Diskussionen gedacht. Vielleicht finden wir heraus, „Was wirklich zählt“ (Udo Jürgens).
Unser Dank gilt allen, die zur Gestaltung des Programms beigetragen haben, speziell sei aber an dieser Stelle den ReferentInnen für Ihre Zusage gedankt.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Ihre
Johanna Franz
für das Organisationsteam der Carinthischen Dialoge